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„Tuna“

Heute habe ich diese beiden Videos entdeckt, eine nette Ergänzung
zu meinem Beitrag
„TUNA – Studenten machen Musik/Spanien“ .

 Joselito, spanischer Kinderstar der 50er/60er Jahre

Mir fällt für „Tuna“ keine gute Übersetzung ein. Darum lasse ich es bei „Tuna“, denn weder Studentenchor noch Studentenband treffen es richtig.  „Tuna“ ähnelt eher einer studentischen Verbindung, die vor allem musiziert.

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Aus gegebenem Anlass – Fake-Mail von heute:

Unbeglichene Rechnung 17.06.2015 Buchungsnummer 28969694
From:“Inkasso Abteilung Online24 Pay GmbH“ <tonyabbit@tiscali.co.uk>

Sehr geehrter Kunde B…, (Anrede aus Emailadresse)
Sie haben eine ungedeckte Forderung beim Unternehmen Online24 Pay GmbH. Das von Ihnen gespeicherte Konto war im Moment der Abbuchung nicht genügend gedeckt um die Lastschrift zu realisieren.
Wir erwarten die gesamte Überweisung inbegriffen der Gebühren bis spätestens 18.06.2015 auf unser Girokonto.
Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzug sind Sie gezwungen zusätzlich, die durch unsere Inanspruchnahme entstandenen Kosten von 45,36 Euro zu tragen. Namens unseren Mandanten Online24 Pay GmbH fordern wir Sie auf, die offene Forderung unverzüglich zu bezahlen. Bei Fragen oder Unklarheiten erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb von drei Werktagen. Die detaillierte Kostenaufstellung, der Sie alle Buchungen entnehmen können, fügen wir bei. Nach Ablauf der festgelegten Frist wird die Angelegenheit dem Gericht und der SCHUFA übergeben.
Mit verbindlichen Grüßen
Inkasso Abteilung Treitzsaur Sebastian

Momentan sind diese geldgierigen Betrüger wieder besonders aktiv. In den letzten zwei Monaten landeten drei dieser üblen Aufforderungen in meinem Postfach – manchmal sogar mit richtiger Anrede – und natürlich alle mit virusverseuchtem Anhang. Leider fallen wohl  immer noch Leute darauf herein, sodass es sich für diese Betrüger lohnt.

Lasst Euch nicht erschrecken und ängstigen, seht Euch diese Mails sehr genau an und löscht sie sofort, wenn sie Euch suspekt sind. Vor allem öffnet keinen Anhang und klickt auf keinen Link!

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
sind Schlüssel aller Kreaturen,
wenn die, so singen oder küssen
mehr als die Tiefgelehrten wissen,
wenn sich die Welt ins freie Leben
und in die Welt wird zurückbegeben,
wenn dann sich wieder Licht und Schatten
zu echter Klarheit werden gatten
und man in Märchen und Gedichten
erkennt die wahren Weltgeschichten,
dann fliegt vor einem geheimen Wort
das ganze verkehrte Wesen fort.
Novalis (1772 – 1801)  aus „Heinrich von Ofterdingen“

Fraktal 27 – Licht

.

Nein, ich vergesse dich nicht,
was ich auch werde,
liebliches zeitiges Licht,
Erstling der Erde.

Alles, was du versprachst,
hat sie gehalten,
seit du das Herz mir erbrachst
ohne Gewalten.

Flüchtigste frühste Figur,
die ich gewahrte:
nur weil ich Stärke erfuhr,
rühm ich das Zarte.

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

.

Es war einmal…

Zum Stehen verwünscht
Ein wirklich selten dämlicher Fluch eines Vaters!
.
Im Jahr Christi 1545 begab sich’s zu Freiberg in Meißen, daß Lorenz Richter, ein Weber seines Handwerks, in der Weingasse wohnend, seinem Sohn, einem Knaben von vierzehn Jahren, befahl, etwas eilends zu tun; der aber verweilte sich, blieb in der Stube stehen und ging nicht bald dem Worte nach. Deswegen der Vater entrüstet wurde und im Zorn ihm fluchte: »Ei stehe, daß du nimmermehr könnst fortgehen!« Auf diese Verwünschung blieb der Knabe alsbald stehen, konnte von der Stelle nicht kommen und stand so fort drei ganzer Jahre an dem Ort, also daß er tiefe Gruben in die Dielen eindrückte, und ward ihm ein Pult untergesetzt, darauf er mit Haupt und Armen sich lehnen und ruhen konnte. Weil aber die Stelle, wo er stand, nicht weit von der Stubentüre und auch nahe dem Ofen war und deshalb den Leuten, welche hineinkamen, sehr hinderlich, so haben die Geistlichen der Stadt auf vorhergehendes fleißiges Gebet ihn von selbem Ort erhoben und gegenüber in den andern Winkel glücklich und ohne Schaden, wiewohl mit großer Mühe, fortgebracht. Denn wenn man ihn sonst forttragen wollen, ist er alsbald mit unsäglichen Schmerzen befallen und wie ganz rasend worden. An diesem Ort, nachdem er niedergesetzt worden, ist er ferner bis ins vierte Jahr gestanden und hat die Dielen noch tiefer durchgetreten. Man hatte nachgehende einen Umhang um ihn geschlagen, damit ihn die Aus- und Eingehenden nicht also sehen konnten, welches auf sein Bitten geschehen, weil er gern allein gewesen ist und vor steter Traurigkeit nicht viel geredet. Endlich hat der gütige Gott die Strafe in etwas gemildert, so daß er das letzte halbe Jahr sitzen und sich in das Bett, das neben ihn gestellt worden, hat niederlegen können. Fragte ihn jemand, was er mache, so gab er gemeinlich zur Antwort, er leide Gottes Züchtigung wegen seiner Sünden, setze alles in dessen Willen und halte sich an das Verdienst seines Herrn Jesu Christi, worauf er hoffe selig zu werden. Er hat sonst gar elend ausgesehen, war blaß und bleich von Angesicht, am Leibe gar schmächtig und abgezehrt, im Essen und Trinken mäßig, also daß er zur Speise oft Nötigens bedurfte. Nach Ausgang des siebenten Jahres ist er dieses seines betrübten Zustandes den 11. September 1552 gnädig entbunden worden, indem er eines vernünftigen und natürlichen Todes in wahrer Bekenntnis und Glauben an Jesum Christum selig entschlafen. Die Fußtapfen sieht man auf heutigen Tag in obgedachter Gasse und Haus (dessen jetziger Zeit Severin Tränkner Besitzer ist) in der oberen Stube, da sich die Geschichte begeben, die erste bei dem Ofen, die andere in der Kammer nächst dabei, weil nachgehender Zeit die Stuben unterschieden worden.

Brüder Grimm

Abendgedicht

Abenddämmerung
Sonnenuntergang Okt.2012_1687.

Eine runzelige Alte,
schleicht die Abenddämmerung,
gebückten Ganges
durchs Gefild
und sammelt und sammelt
das letzte Licht
in ihre Schürze.
 .
Vom Wiesenrain,
von den Hüttendächern,
von den Stämmen des Walds,
nimmt sie es fort.
Und dann
humpelt sie mühsam
den Berg hinauf
und sammelt und sammelt
die letzte Sonne
in ihre Schürze.
 .
Droben umschlingt ihr
mit Halsen und Küssen
ihr Töchterchen Nacht
den Nacken
und greift begierig
ins ängstlich verschlossene
Schurztuch.
 .
Als es sein Händchen
wieder herauszieht,
ist es schneeweiß,
als wär es mit Mehl
rings überpudert.
 .
Und die Kleine,
längst gewitzt,
tupft mit dem
niedlichen Zeigefinger
den ganzen Himmel voll
und jauchzt laut auf
in kindlicher Freude.
Ganz unten aber
macht sie einen großen,
runden Tupfen –
das ist der Mond.
 .
Mütterchen Dämmerung
sieht ihr mit mildem
Lächeln zu.
Und dann geht es
langsam
zu Bette.
Christian Morgenstern – In Phanta’s Schloß

Unsere Pfingstrose

Sie öffnet ihre ersten Blüten. Sind sie nicht wunderschön? Wir beten, dass kein Regen ihr Blühen (zer)stört.


Strauch-Pfingstrose (Paeonia ×suffruticosa)